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Versorgungssicherheit steht für die Stadtwerke Bochum an erster Stelle. Alleine in diesem Jahr investieren sie über 29 Millionen Euro in die Leitungsnetze.

Das Prinzip kennt jeder aus dem eigenen Haushalt: Je älter beispielsweise die Waschmaschine ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie kaputtgeht. Aber vielleicht hält sie ja noch ein paar Jahre? – Genau diesen Gedanken können sich die Stadtwerke nicht erlauben. Sie müssen austauschen oder modernisieren, bevor die Technik zu sehr in die Jahre gekommen ist. Denn nichts ist so wichtig wie Versorgungssicherheit – die Bochumer müssen sich darauf verlassen können, dass die Stadtwerke ihnen Strom, Gas und Wasser liefern und in der Lage sind, kleinere Defekte schnell zu beheben.
Das klappt in der Tat sehr gut, wie die Zahlen zeigen: Der Durchschnittswert für Stromausfälle liegt nach den aktuellen Zahlen der Bundesnetzagentur in Bochum nur bei 5,96 Minuten – im Bundesdurchschnitt waren es im gleichen Zeitraum 15,14 Minuten.

Veränderter Bedarf

Solch ein Niveau lässt sich natürlich nur halten, wenn die Infrastruktur regelmäßig verbessert wird. Alleine in diesem Jahre investieren die Stadtwerke voraussichtlich 21,7 Millionen Euro in das Strom- und Gasnetz. Weitere 7,3 Millionen sollen dazu beitragen, die Versorgung mit Wasser zu sichern. Dabei geht es nicht nur darum, die Technik auf aktuellen Stand zu bringen. Zudem haben sich zum Teil die Anforderungen verändert. Beispielsweise ist das neue Umspannwerk, das in Bochum-Laer errichtet wird, auch wegen Mark 51°7 notwendig geworden. Durch die Neuerschließung des ehemaligen Opel-Geländes steigt langfristig der Strombedarf, worauf sich die Stadtwerke einstellen müssen.

Allerdings sind Umbauten an den Schlagadern der Stromversorgung immer mit Herausforderungen verbunden, weil sie im laufenden Betrieb erfolgen müssen – wie in Bochum-Linden, wo ebenfalls modernisiert wird. Holger Breuner ist der zuständige Projektleiter der Stadtwerke: „Die zwei 110.000-Volt-Umspanner können wir nicht gleichzeitig erneuern. Einer muss immer laufen. Also modernisieren wir in Etappen. Zusätzlich haben wir neue Kabel zum Knotenpunkt an der Hasenwinkeler Straße verlegt. Er dient als Rückfallebene.“ Anders gesagt: Über diese neuen Kabel käme der Strom, falls beide Umspanner in Linden ausfielen. Jedem Projekt geht daher eine umfangreiche Netzbetrachtung voraus, für die Experten verschiedene Szenarien berechnen und planen, welche Anlagen die benötigte Kapazität erbringen könnten.

Neue Leitungen

Im Laufe des Jahres werden an 130 weiteren Stellen die Leitungen ausgetauscht. Auch das Gasnetz wird an Veränderungen angepasst. Unter anderem erneuern die Stadtwerke in diesem Jahr die Gasdruckregelstationen in Bochum-Laer und Ehrenfeld und erweitern das Hochdruck-Gasnetz in Steinkuhl. Ganz ohne Beeinträchtigungen für Verkehr und Anwohner funktioniert das leider nicht. Aber das Ergebnis ist es wert: eine weiterhin sichere Versorgung.


Was ist ein Umspanner?

  • Der Begriff fällt im Zusammenhang mit Strom immer wieder. Sie werden auch Transformatoren oder umgangssprachlich Trafos genannt. Ohne sie hätten die Bochumer keinen Strom. Denn der erreicht das Netz mit einer Spannung von 110.000 Volt, weil er sich so besser transportieren lässt. In den 13 Umspannwerken der Stadtwerke Bochum wird die Spannung auf 10.000 Volt reduziert. Von dort fließt der Strom zu mehr als 1.100 kleineren Trafostationen, wo die Spannung weiter auf 400 Volt reduziert wird, mit der sie zu den 195.000 Bochumer Haushalten gelangt.