Auf in die Pilze!

Jetzt ist die ideale Zeit, um die Schönheit der Pilze zu entdecken oder sie einfach in die Pfanne zu hauen!

Sie wachsen wie erdverbundene Korallen aus dem Boden, umschließen Bäume in tellerartigen Formen und leuchten in allen möglichen Farben, sobald die Sonne sie erreicht – die Welt der Pilze ist wunderschön, vielfältig, und sie ist groß. Alleine im Ruhrgebiet gibt es mehrere Tausend Arten. Trotzdem nehmen die meisten Menschen sie vor allem als leckere Beilage zum Essen wahr. „Auf unseren Pilz-Wanderungen geht es daher nie ausschließlich ums Sammeln“, sagt Thomas Kalveram vom Arbeitskreis Pilzkunde Ruhr. „Gemeinsam mit den Teilnehmern gehen wir auf Entdeckungsreise, damit sie auch einen Blick für die Besonderheit und Schönheit bekommen. Ein Waldspaziergang kann so zu einem echten Erlebnis werden.“ Interessante Gebiete seien zudem die Halden. „Sie sind besondere Standorte, weil der Bergbau hier alles einmal umgegraben hat.“

Alte Mischwälder

Pilze gibt es nahezu überall. Denn diese Lebewesen sind über Fäden überwiegend im Boden vorhanden. Das, was wir meinen, wenn wir von Pilzen sprechen, sind nur die Fruchtkörper, die sie ausbilden. Wer etwas für den Kochtopf mit nach Hause nehmen möchte, sollte dennoch durch die Wälder wandern. Für Anfänger sind nämlich Röhrlinge, zu denen unter anderem Steinpilze und Maronen gehören, ideal, da kaum Verwechslungsgefahr besteht. Sie gehören zur Gruppe der Mykorriza-Pilze und brauchen Bäume als Partner, mit denen sie in einer Symbiose leben. Auf freiem Feld findet man sie daher nicht. Das heißt aber nicht, dass Sie tief in den Wald hineinstiefeln müssen. Denn viele Pilze wachsen am Waldrand und entlang der Pfade. „Zum Sammeln sind etwas größere, ältere Wälder gut geeignet“, sagt Kalveram. „Wir haben hier im Ruhrgebiet ja viel Altholz und schöne Mischwälder.“ Wer ein wenig Geduld hat und anderen Sammlern zuvorkommt, kann sogar im Stadtgebiet von Bochum, Witten und Herne fündig werden. Für größere Ausflüge empfiehlt der Pilzexperte die Randgebiete des Ruhrgebietes, etwa Richtung Kirchhellen, oder das nahe Sauerland.

Der richtige Zeitpunkt

Der größte Teil der Pilze besteht aus Wasser. Nach Phasen längerer Trockenheit hat die Suche deswegen keinen Sinn. Dauerregen mögen Pilze allerdings auch nicht. Perfekt sind ein paar Regentage, auf die Wärme folgt, dann wird nach zwei, drei Tagen sichtbar, woher der Spruch stammt: „schießen wie Pilze aus dem Boden.“

Röhrlinge für Anfänger

Der Maronen-Röhrling ist leich zu erkennen: Das Röhrenfutter färbt sich blau, wenn man es mit dem Finger eindrückt.

Stefan Groß / Traumflieger.de

Da stellt sich natürlich noch die Frage, was ein Einsteiger überhaupt mitnehmen und essen kann, ohne ein Risiko einzugehen. Recht einfach zu erkennen ist der Maronenröhrling. Unter seinem braunen Hut muss sich ein sogenanntes Röhrenfutter befinden – keine Lamellen! Drückt man es mit dem Finger leicht ein, läuft es blau an. Der Steinpilz hat ebenfalls ein Röhrenfutter. Es läuft aber nicht blau an, und der Steinpilz kann mit dem Gallenröhrling verwechselt werden. Für die Unterscheidung hilft ein einfacher Trick: Den Stiel des Pilzes anritzen und den Zungentest machen – schmeckt es extrem bitter, handelt es sich um einen Gallenröhrling. Sollte übrigens trotzdem mal versehentlich einer in den Korb und später ins Essen wandern, ist es nicht gefährlich. Außerdem merken das selbst Anfänger sofort. Denn der Geschmack des Gallenröhrlings ist so penetrant, dass das gesamte Gericht ungenießbar wird. Da hilft nur eines: die nächste Pilzwanderung planen.

Steinpilze dürfen nur für den Eigenbbedarf gesammelt werden.

Stefan Groß / Traumflieger.de