Heller! LED nutzen

Die dunkle Jahreszeit steht uns bevor. Da ist es gut, dass es sie gibt: LED-Lampen sind effizient bei einem nur geringen Stromverbrauch.

 Es war eine ungeahnte Freiheit, zu der Thomas Edison den Menschen Ende des 19. Jahrhunderts verhalf, als er die Glühbirne erfand. Zugegeben, es dauerte eine Weile, bis die meisten Menschen Strom hatten und das Wundergerät nutzen konnten, aber dann schenkte es ihnen vor allem eines: Zeit. Denn Kerzen, Öl- und Gaslampen konnten das Sonnenlicht nur sehr begrenzt ersetzen, und so endeten viele Tätigkeiten mit dem Untergang der Sonne. Heute hingegen tippen wir einfach auf den Lichtschalter und entscheiden, wie hell wir es gerne hätten. Was für ein Luxus!

Dabei müssen wir noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen haben, denn der technologische Fortschritt hat das Thema Effizienz deutlich vorangetrieben. Glühbirnen hat die Europäische Union bereits im Jahr 2012 vom Markt verbannt und durch Energiesparlampen ersetzt. Dioden, die Licht erzeugen (lichtemittierende Diode – LED) verbrauchen noch ein paar Prozent weniger Energie – im Vergleich zu den alten Glühbirnen sparen sie locker 90 Prozent ein.

Das Umrüsten lohnt sich also und ist in den meisten Fällen problemlos möglich. „Der höhere Preis der Leuchtmittel schreckt im ersten Moment vielleicht einige Verbraucher ab“, sagt Dirk Ruhfus, bei den Stadtwerken Bochum unter anderem zuständig für die Straßenbeleuchtung. „Aber die Lebensdauer der LED-Lampen ist deutlich länger. In der Regel schaffen sie mindestens 10.000 Stunden. Das rechnet sich und ist am Ende billiger.“ Gut für die Umwelt sind LED auch, da sie den CO2-Ausstoß für die Stromproduktion reduzieren.


Jetzt umrüsten

In den meisten Fällen können Sie alte Glühbirnen und Energiesparlampen einfach durch passende LED austauschen. Bei dimmfähigen Leuchten müssen Sie jedoch darauf achten, LED zu kaufen, die sich ebenfalls dimmen lassen. Bei Halogen-Leuchten mit Trafo kann es nötig sein, zusätzlich den Trafo zu tauschen. Falls Sie komplett neue Leuchten anschaffen möchten, sollten Sie darauf achten, dass sich die Leuchtmittel einzeln wechseln lassen und nicht fest verbaut sind. Sonst landet bei einem LED-Ausfall das ganze Gerät auf dem Müll.


Gesundes Licht

Die Möglichkeiten, die uns LED bietet, sollten wir allerdings sehr bewusst einsetzen. Denn Licht steuert weit mehr Funktionen in unserem Organismus, als den meisten Menschen bewusst ist – das gilt auch für künstliche Beleuchtung. Vor allem beeinflusst es den Stoffwechsel und die Hormonproduktion, was sich unter anderem auf den Schlaf-Wach-Rhythmus auswirkt. Lichteinfall fördert zum Beispiel die Produktion des Hormons Serotonin. Das sorgt als Gegenspieler zum Schlafhormon Melatonin einerseits dafür, dass wir aktiv werden. Gemeinsam mit dem Stresshormon Cortisol, dessen Spiegel durch Licht ebenfalls steigt, macht es uns zudem leistungsfähig. Andererseits können sehr helle Räume am Abend dazu führen, dass wir schlecht schlafen und uns gestresst fühlen. Auch der umgekehrte Effekt ist möglich: Zu wenig Licht macht müde. Ein Serotoninmangel wird sogar mit Depressionen in Verbindung gebracht.

Beleuchtungskonzept

Bei der richtigen Beleuchtung geht es also sowohl um eine schöne Stimmung und Optik als auch um unsere Gesundheit. Wichtig sind dabei vor allem drei Aspekte: Wie hell ist das Licht? Welche Lichtfarbe hat es (Farbtemperatur)? Und in welche Richtung strahlt es?

  • Wohnzimmer:

Eine Mischung aus drei Lichtquellen wäre ideal, und zwar Hintergrundbeleuchtung, optische Akzente und Arbeitslicht. Letzteres wäre zum Beispiel eine Leselampe. Deckenfluter sorgen als indirekte Beleuchtung für schöne Stimmung. Spots und schwenkbare Leuchten können interessante Hingucker erhellen, etwa Bilder oder die Vitrine. Vermeiden sollten Sie blendende Lichtquellen und Reflexe, beispielsweise durch Glastische. Außerdem ist im Wohnzimmer die Farbtemperatur besonders wichtig. Bei LED wird sie über Kelvin angegeben: Je geringer der Wert ist, desto wärmer beziehungsweise gelber wirkt das Licht – im Wohnzimmer sollten es unter 3.000 Kelvin sein. Umgekehrt strahlen LED mit um die 6.000 Kelvin Licht aus, das wir als hart empfinden, weil es einen hohen Blauanteil hat, und der macht wach. Schlafstörungen können die Folge sein. Zusätzlich können Sie über die Helligkeit entscheiden und das Licht gerade am Abend dimmen.

  • Küche:

Hier ist eine pragmatische Beleuchtung gefragt. Spots unter Hängeschränken leuchten die Arbeitsplatten ideal aus. Über Esstisch oder Arbeitsinseln können Pendellampen an der Decke montiert werden, wobei der Abstand zur Tischkante etwa 50 bis 60 Zentimeter betragen sollte. Die Farbtemperatur sollte mindestens bei 4.000 Kelvin liegen, damit sich Kontraste gut erkennen lassen.

  • Badezimmer:

Ideal wären zwei verschiedene Leuchtsysteme mit abweichender Farbtemperatur. Morgens sollte das Licht sehr hell sein, zusätzlich mit einem möglichst hohen Blauanteil (6.000 Kelvin), der Tageslicht imitiert und wach macht. Abends hingegen sollte das Licht so weit wie möglich heruntergefahren werden, außerdem mit einer Kelvin-Zahl unter 3.000, um den anschließenden Schlaf zu ermöglichen.

  • Flur und Treppenhaus:

Die Farbtemperatur ist hier Geschmackssache, aber hell sollte es sein. Eine perfekte Lösung sind Spots, die in den Boden und die Stufen eingelassen und per Bewegungsmeldung eingeschaltet werden.

LED für draußen

Perfekt sind LED auch für die Garten- und Außenbeleuchtung. Dank der langen Lebensdauer der Leuchtmittel können sie sogar in schwer zugänglichen Bereichen installiert werden. Über eine Kombination mit einer Smart-Home-Anbindung lassen sich die verschiedenen Szenarien im Innen- und Außenbereich hervorragend steuern und aufeinander abstimmen. Beispielsweise ist es möglich, die Beleuchtung für verschiedene Uhrzeiten zu programmieren, aber auch Situationen zu hinterlegen, etwa „Gartenparty“ mit mehr Licht auf der Terrasse und in der Gästetoilette, aber einem abgedunkelten Wohnzimmer. Ein Tipp auf die Smartphone-App reicht, um die gesamte Beleuchtung anzupassen. Mehr Effizienz geht nicht.