Hoch hinaus

Flugdrohnen haben großes Potenzial und machen eine Menge Spaß.

„Alpha One“ ist abgehoben. Die Flugdrohne von Airbus startete Anfang des Jahres auf einem Testgelände im amerikanischen Bundesstaat Oregon und steuerte sich selbst. Als Nächstes sollen Passagiere in dieses Lufttaxi steigen. Gibt es im Ruhrgebiet bald keine Staus mehr, weil sich der Verkehr über unseren Köpfen bewegt? Das klingt nach Science-Fiction, auch wenn Airbus ankündigt, das Projekt sei schon im Jahr 2020 reif für die Serienproduktion. Sicherlich wird es trotzdem noch eine ganze Weile dauern, bis unbemannte Flugdrohnen – Unmanned Aircraft Vehicles (UAV) – tatsächlich unsere Straßen entlasten. Zumindest kleinere Flugdrohnen gehören mittlerweile zum Alltagsbild, doch längst nicht alles ist erlaubt.

Überall im Einsatz

Genaue Angaben über die Zahl der Flugdrohnen in Deutschland gibt es nicht, denn sie werden nirgendwo registriert. Selbst die Schätzungen der Experten variieren zwischen 400.000 und 1,2 Millionen. Fest steht: Es werden immer mehr. Im Wesentlichen gibt es derzeit drei Systeme: Drohnen mit Propeller über dem Motor (Multirotoren), Flächenflugzeugsysteme mit Antrieb an den Tragflächen und Hybrid-Systeme mit mehreren Flügeln, wobei jeder einzelne mit einem dreh- und kippbaren Antrieb bestückt ist. Ein sogenannter Quadrocopter hat beispielsweise vier Flügel, der Octocopter sogar acht. Das macht ihn besonders wendig.

Für Film- und Fotoaufnahmen sind Drohnen schon länger beliebt, aber das war nur der Anfang. Ausgestattet mit Kameras und Sensoren helfen sie zum Beispiel Landwirten dabei, den Feuchtigkeitsbedarf des Bodens zu bestimmen, oder sie warnen vor Schädlingsbefall. Zur Erntezeit werden sie mit Wärmebildkameras ausgestattet, um versteckte Rehkitze im Feld aufzuspüren. Die Industrie setzt sie ein, um schwer erreichbare Bauten wie Windkraftanlagen, Solardächer und Schornsteine zu inspizieren. Das ist schneller, günstiger und weitaus sicherer, als wenn Techniker in luftige Höhen klettern müssen. Das Rettungswesen wiederum möchte Drohnen einsetzen, um in Katastrophengebieten nach Überlebenden zu suchen oder ausgetretene Schadstoffe zu identifizieren. Kommunen wollen mit Flugdrohnen Land vermessen und Luftbilder von Bauprojekten anfertigen. Zudem hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bereits eine Flugdrohne mit Roboterarm entwickelt. Und dann ist da natürlich noch der Spaßfaktor: Hobbypiloten schaffen waghalsige Flugmanöver, und vielen gelingen dabei erstaunliche Luftaufnahmen. Der Himmel wird also voller. Umso wichtiger ist es, dass Drohnenpiloten die wichtigsten Regeln kennen.

Kennzeichnung

Alle Flugdrohnen, die mehr als 250 Gramm wiegen, müssen mit einer Plakette ausgestattet sein, auf der Name und Adresse des Eigentümers stehen.

Videobrillen

Flüge mit einer Videobrille sind erlaubt, aber nur mit Drohnen bis 250 Gramm und in maximal 30 Metern Höhe. Außerdem muss eine zweite Person dabei sein, die den Piloten auf Gefahren aufmerksam machen kann.

Kenntnisnachweis

Wiegt die Flugdrohne mehr als zwei Kilo, braucht der Pilot einen Drohnen-Führerschein. Schulungen bieten unter anderem Luftsportvereine an.

Sondergenehmigungen

Für Nachtflüge und Drohnen, die schwerer als fünf Kilo sind, braucht der Pilot eine Genehmigung der Landesluftfahrtbehörden.

Flughöhe

Weiter als hundert Meter dürfen Freizeit-Drohnen nur auf Modellflugplätzen nach oben.

Ausweichpflicht

Luftfahrzeuge haben grundsätzlich Vorfahrt.

Flugverbot

Unter bestimmten Voraussetzungen dürfen Drohnen ohne Ausnahmegenehmigung gar nicht fliegen, zum Beispiel: außerhalb der Sichtweite des Piloten, über sensiblen Bereichen, wie Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften, Krankenhäusern, Menschenansammlungen, Haftanstalten, Indus-trieanlagen oder Naturschutzgebieten, in Kontrollzonen von Flugplätzen, über Wohngrundstücken, wenn das Gerät eine Kamera an Bord hat oder mehr als 250 Gramm wiegt. Ausnahme: Der Grundstücksbesitzer stimmt ausdrücklich zu.


Modellflugplätze in der Region

Modellfluggelände „Königsgrube“ an der Günnigfelder Straße/Im Lakenbruch 5, 44651 Herne
Modellflugverein (MFV) Bochum & Wattenscheid e. V./DSC Wanne-Eickel Modellflug e.V.

Carsten Giesen, Telefon: 01 73 – 2 87 96 41

modellflug-bochum.info
modellflug-dsc.de

Modellfluggelände Bochum-Leithe am Leither Bach
MFSC Dädalus e.V.
Axel Höpner, Telefon: 01 72 – 2 44 33 16
daedalus-ev.de

Modellfluggelände „Kabeisemannsweg
Modellfluggemeinschaft Otto Lilienthal e.V., Parkstraße 11, 44866 Bochum