Was treibt Sie an …

Atze Schröder? Erst Kunstturner, dann Comedian. Ganz schön praktisch, wenn man sich seine Vergangenheit selbst ausdenken kann.

Geboren in Essen, mit abgebrochenem Soziologiestudium, schließlich Comedian und gleichzeitig der Privatmann, der auch zum Medienmann wird – klingt nach guter Planung …

Also der Soziologe ist auf der Bühne immer dabei!

Aber wie kam es dazu, dass Du immer nur als Kunstfigur mit perfekter Maskerade auftrittst und kein Mensch weiß, wie Du wirklich aussiehst?

Nach der Serie „Alles Atze“ feierten die Fans freitagabends Partys vor meinem Haus. Da musste ich zusehen, mich privat irgendwie zu schützen.

Was bedeutet das Ruhrgebiet für Dich?

Ich bin absoluter Ruhrgebietsfan! Ich bin in Essen geboren, meine Eltern sind dann aber sehr bald mit mir ins Münsterland gezogen. Von da aus bin ich schon mit 12, 13 Jahren wieder ins Ruhrgebiet gefahren, weil ich die Mentalität da so toll fand. „Große Fresse, großes Herz“, das trifft es gut.

Mal zum Sport: Bochum, Essen oder Schalke?

Schwierig, ich bin jetzt nicht der größte Fußballfan. Ich bin mit ein paar aktuellen oder früheren BVB-Spielern befreundet, Sebastian Kehl, Roman Weidenfeller, und auch mit Jürgen Klopp. Und Christoph Metzelder, der war ja aber auch mal bei Schalke. Sich da zu entscheiden …

Also BVB-Fan oder nicht?

Mehr so: Wir im Ruhrgebiet gegen den Rest der Welt! Das Wichtigste ist aber: Hauptsache, Bayern verliert! Auch wenn das leider selten vorkommt …

Wo ist bei Dir Schluss mit lustig?

Bei Antisemitismus und Schwulen- und Frauenfeindlichkeit. Das geht gar nicht. Ich sehe da auch eine gefährliche Entwicklung, wenn Judenfeindlichkeit als Lappalie abgetan wird. Frech ist erlaubt, aber nicht ätzend oder verletzend. Vertretbar sind Witze dann, wenn die Betroffenen selbst drüber lachen können.

Was war denn Dein größter Rohrkrepierer?

Ich hab‘ mich auf der Bühne ab und zu mal selbst auf die Schippe genommen, mich vor den Spiegel gestellt und gesagt: Schwule sind gutaussehender, gebildeter und besser gekleidet als andere. Also bin ich vielleicht auch schwul! Das kommt bei meinem Publikum aber überhaupt nicht an. Atze ist für meine Fans immer der Stereotyp des Heteros, der einen auf Macker macht.


Atze Schröder widmet sich auf der Bühne den wichtigen Fragen des Lebens, zum Beispiel „Turbo oder Sauger?“ Wie in seinem neuen Programm „Turbo“, womit die Frage auch schon beantwortet wäre. Er tritt am 25. August beim Zeltfestival Ruhr auf.
zeltfestivalruhr.de