Was treibt Sie an, Dominik Buch?

Einmal Bochum, immer Bochum. Da hebt man auch nicht ab: Grimme-Preis, Deutscher Fernsehpreis und etliche Rollen in Filmen. Und er? Hat Bock auf Currywurst.

Auf Ihrer Homepage spielen Sie mit dem Slang im Ruhrpott. „Da wo ich herkomm sacht man da komm ich wech.“ Wie viel Heimat steckt heute noch in Ihnen?

Es wird eher immer mehr als weniger. Je länger ich in Bochum lebe, wo ich ja auch aufgewachsen bin, umso größer wird mein Lokalpatriotismus. Als Künstler hätte ich ja auch in die Medienstädte wie Köln oder Hamburg gehen können, aber ich habe mich bewusst dafür entschieden, im Ruhrgebiet zu bleiben.

Was ganz konkret ist für Sie Heimat?

Weniger bestimmte Orte, sondern vor allem das Lebensgefühl, wie die Menschen miteinander umgehen: direkt, ehrlich und trotzdem herzlich.

Das würde Ihnen woanders fehlen?

Ja, ich war gerade in Süddeutschland und habe den Unterschied gemerkt: Die Leute dort sind oft distanzierter und nicht so geraderaus. Im Ruhrgebiet sind sie hingegen schonungsloser, dabei aber niemals falsch. Ein bekannter älterer Schauspieler hat mir zum Beispiel mal bei einem gemeinsamen Theaterprojekt klipp und klar gesagt, was ihm an mir als Schauspieler gefällt und was nicht. Er hat nichts beschönigt. Aber es war einfach ehrlich. Das mag ich sehr. Ich wollte aber noch mal was anderes zum Ruhrgebiet sagen: Ein ganz wichtiger Punkt ist der Fußball.

Für wen schlägt Ihr Herz?

Ganz klar für den VfL Bochum. Von Kindesbeinen an. Ich gehe zu jedem Heimspiel. Das gehört auch zum Lebensgefühl – und egal, ob die großen Nachbarvereine vielleicht mehr Erfolg haben.

Apropos Erfolg, Sie machen mit Ihrer Band „hörBuch“ Musik. Kann man von der Schauspielerei nicht leben?

Umgekehrt. Eigentlich wollte ich mit Musik meinen Lebensunterhalt verdienen. Weil das nicht geklappt hat, singe ich jetzt nur nach Lust und Laune auf der Bühne.

Sie arbeiten auch für Film und Fernsehen. Wie viel ist da Talent und wie viel Glück?

Leider haben viele hoch geschätzte Kollegen die überragende Schauspieler sind, ihren Job drangeben müssen. Talent ist nötig, klar. Aber ich habe enorm viel Glück gehabt.


Dominik Buch

Die meisten Menschen verbinden ihn mit der Rolle des „Ruben“ in der Serie „Club der roten Bänder“, zu der am 14. Februar der Kinofilm angelaufen ist. Gerade war er auch in „Alarm für Cobra 11“ zu sehen. Dabei kann der 30-Jährige viel mehr. Neben der Schauspielerei ist er Dozent, Inhaber einer Werbeagentur und macht Musik.
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