Was treibt Sie an, Nelson Müller?

Heimat, das können Menschen sein, ein Gefühl, ein Lied, ein Ort und natürlich ein typisches Gericht. „Heimatliebe“ heißt bei ihm: regionale Hausmannskost.

„Heimatliebe – Meine deutsche Küche“ heißt Ihr jüngst erschienenes Kochbuch. Wie viel Heimatliebe empfinden Sie zum Ruhrgebiet?

Es ist definitiv meine Heimat, und ich bin hier angekommen. Die Leute und die Umgebung, das Ruhrgebiet im Allgemeinen, ja, das mag ich sehr.

Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen. Welche Klassiker der hiesigen Küche möchten Sie auf keinen Fall missen?

Da weiß ich ehrlich gesagt gar nicht, wo ich anfangen und wo ich aufhören soll. Mein persönliches Highlight in der deutschen Küche sind ja Eintöpfe. Das ist auch mein Lieblingsgericht. Ein guter Eintopf ist einfach ein Herz-Wärmer und immer wieder köstlich.

Was zeichnet das Ruhrgebiet und seine Küche aus Ihrer Sicht aus? Und hat sich die Küche in den letzten Jahren verändert?

Das Ruhrgebiet ist grüner, als manch ein Außenstehender vielleicht meinen mag. Es gibt noch viele von den guten, alten Landgasthöfen. Doch ich finde, dass sie mehr und mehr verschwinden. Dagegen gleichen sich die Bilder in den Städten zunehmend: kaum noch Individualität, dafür Franchise-Läden, wohin man schaut. Das finde ich schade.

Früher standen Köche am Herd, und ab und an schrieb mal ein berühmter Koch ein Kochbuch. Heute sind unzählige Köche Stars. Wie erklären Sie sich, dass Köche in den letzten 20 Jahren derart populär geworden sind?

Weil Kochen und Essen alltägliche Dinge sind. Gartensendungen sind ja auch total angesagt, nur natürlich in der Menge weit unterlegen.

Sie testen Tiefkühl-Pizzen, modeln für Joop, singen, schreiben Kochbücher und treten in Kochshows auf. Stehen Sie da noch selbst am Herd Ihres Essener Restaurants?

Unbedingt! Das ist mir auch sehr wichtig.

Und wann und wie schalten Sie mal ab?

Zurzeit boxe ich und halte mich damit fit. Das macht mir Spaß, und überhaupt probiere ich, mich sportlich mehr zu betätigen. Freunde treffen, Musik machen, auch dabei schalte ich ab!


Nelson Müller

Nelson Nutakor, geboren 1979 als Sohn ghanaischer Eltern, kam als Vierjähriger nach Deutschland, wuchs in einer deutschen Pflegefamilie in Stuttgart auf und verwendet den Familiennamen seiner Pflegeeltern „Müller“. Sein Essener Restaurant „Schote“ hat seit 2011 einen Michelin-Stern – mittags gibt es dort trotzdem Brasserie- und Heimatküche. Im TV wurde Müller bekannt aus Sendungen wie „Die Küchenschlacht“, „Grill den Profi“ oder „ZDFzeit“.