Wie misst man eigentlich Wind?

Windstärke ist für uns ein ganz geläufiger Begriff, aber wie funtioniert eine Messung?

Wer wissen will, wie stark der Wind weht, muss mehr tun, als einen angefeuchteten Finger in die Höhe zu halten. Derzeit gibt es dafür zwei gängige Methoden. Die traditionelle Vorgehensweise ist ein Windmast, der extra errichtet wird. Oben befestigen die Experten einen kleinen Roboter. Er hat drei Arme, und an jedem ist eine Halbschale befestigt. Sie fangen den Wind regelrecht auf, und der Roboter kann seine Stärke feststellen, sobald sich die Arme mit den Schalen drehen. Wenn es darum geht, einen geeigneten Standort für eine Windkraftanlage zu finden, sollte die Messung über mindestens ein Jahr erfolgen, da die Daten saisonal bedingt natürlich erheblich schwanken.

Die zweite Möglichkeit ist das neuere Lasermessverfahren LiDAR (Light detection and ranging). Versteckt ist die Technik in einem Kasten, der so klein ist, dass er auf einen Autoanhänger passt. Er misst den Wind vom Boden aus, es muss also kein Mast errichtet werden. Entsprechen die Ergebnisse nicht die Wartungen, fahren die Ingenieure den Kasten einfach an einen anderen Standort.

Für die Messung sendet LiDAR Laserimpulse aus, die von kleinen Teilchen in der Luft (Aerosolen) zurückgeworfen werden. Hinzu kommt der sogenannte Doppler-Effekt. Er beschreibt die zeitliche Stauchung beziehungsweise Dehnung eines Signals, wenn sich der Abstand zwischen Sender und Empfänger verändert. So lässt sich die Windgeschwindigkeit feststellen.