Bundesländer-Ranking: Thüringen vorn

Die Agentur für Erneuerbare Energien gibt einen Überblick über die Entwicklung der CO2-Emissionen in den einzelnen Bundesländern.

Thüringen hat beim Klimaschutz die Nase vorn. Das Bundesland hat seine energiebedingten Emissionen gegenüber 1990 um 65 Prozent reduziert. Das zeigen Daten der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). Sachsen (-44,5 Prozent) und Sachsen-Anhalt (-49,2 Prozent) weisen ebenfalls sehr gute Werte auf. Die drei Bundesländer haben durch den Zusammenbruch der DDR-Industrie einen Standortvorteil, da im Zuge des Aufbaus moderne Energieanlagen installiert wurden.

Schlusslicht Hamburg

Wo es viel konventionelle Energieerzeugung und Industrie gibt und dazu noch viele Einwohner, sind die Erfolge nicht ganz so groß. Nordrhein-Westfalen landet mit 13,2 Prozent weniger Emissionen im Mittelfeld. Schlusslicht ist Hamburg mit nur drei Prozent weniger.

Für einige Bundesländer liegen nur Werte bis 2013 vor. Demnach erreichte Berlin bis dahin eine Minderung um gut 30 Prozent, was aber auch mit auf den starken Rückgang der industriellen Produktion seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs zusammenhängen dürfte. Bayern konnte seine energiebedingten Treibhausgase bis 2013 nur um sieben Prozent gegenüber 1990 senken. Die Daten basieren auf den Angaben des Länderarbeitskreises Energiebilanzen.

Vorbild für die Bundesebene

Angesichts des erwarteten Verfehlens des deutschen Klimaziels für 2020 sind die Klimaschutzanstrengungen auf Länderebene besonders wichtig. „Die föderale Ebene arbeitet aktiv am Klimaschutz mit, wie man allein schon daran sehen kann, dass sich alle Bundesländer eigene Klimaziele gegeben haben. Einige Länder haben ihre Minderungsziele zur Treibhausgasreduktion sogar mittels eigener Klimaschutzgesetze juristisch verankert oder sind gerade dabei, dies zu tun“, erläutert AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer. Angesichts der absehbaren Klimaschutzlücke bis 2020 könnten die Länder hier sogar Vorbildcharakter für die Bundesebene haben, so Vohrer.

Die Daten im Detail können Sie hier nachlesen.