Energie mit Zukunft

Die Hälfte aller Bochumer Haushalte kann dank der Stadtwerke rechnerisch in Kürze mit Strom aus erneuerbaren Quellen versorgt werden.

Die Wellen brechen sich tosend am Strand, während der Wind den wenigen Spaziergängern Sand und Regen in die Gesichter peitscht – die ersten Herbststürme ziehen über die Nordseeinsel Borkum. Flaute herrscht hier selten. Es ist der perfekte Ort, um die Kraft des Windes zu nutzen: Anfang 2018 beginnt vor der Küste der Ausbau des Trianel Windparks Borkum II. Auf hoher See entstehen 32 neue Windkraftanlagen, deren Rotorblätter sich schon Ende 2019 drehen sollen, um umweltfreundlichen Strom zu produzieren. Denn beim Thema Erneuerbare Energien ist die Entscheidung für die Stadtwerke Bochum klar: ausbauen! Das gilt für den Windpark vor Borkum und zahlreiche weitere Anlagen deutschlandweit.

„Sobald alle Anlagen in Betrieb sind, die sich derzeit noch im Bau oder in der Entwicklung befinden, werden wir eine regenerative Erzeugungsleistung von mehr als 115 Megawatt im Portfolio haben“, sagt Dietmar Spohn, Sprecher der Geschäftsführung. 360 Millionen Kilowattstunden Ökostrom werden die Stadtwerke dann selbst produzieren. „Rechnerisch würde das ausreichen, um etwa die Hälfte der Bochumer Haushalte mit umweltfreundlichem Strom zu versorgen.“ Bei dieser Leistung soll aber noch lange nicht Schluss sein. Die Stadtwerke planen Investitionen von insgesamt mehr als 120 Millionen Euro, um den Anteil der Erneuerbaren Energien weiter auszubauen, „wobei wir die weitere Entwicklung gerade in den EEG-Ausschreibungsrunden abwarten müssen“, betont der Geschäftsführer.

Wind im Fokus

Der Schwerpunkt der Stadtwerke liegt dabei auf Windenergie, weil Solaranlagen im Verhältnis weniger Ertrag einfahren. Nach der Fertigstellung der zweiten Ausbau-Stufe des Offshore-Parks vor Borkum sollen neue Onshore-Anlagen entstehen. Die Standorte sind noch offen. „Die Windenergie spielt eine immer entscheidendere Rolle in unserem Energiemix. In Kooperation mit der Trianel Erneuerbare Energien (TEE) haben wir bereits knapp 40 Windkraftanlagen an sechs Standorten innerhalb eines Jahres in Betrieb nehmen können“, erklärt Dietmar Spohn.

Derzeit betreiben die Stadtwerke außerdem vier Windenergieanlagen in Bremerhaven sowie eine Freiflächen-Photovoltaikanlage im fränkischen Gnodstadt. Hinzu kommen unter anderem vier große Solaranlagen auf Bochumer Stadtgebiet und mehrere Projekte zur regenerativen Wärmegewinnung. Außerdem wird das Wasserkraftwerk in Stiepel gerade erweitert, das die Stadtwerke gemeinsam mit Gelsenwasser nutzen. Statt wie bisher zwei sollen künftig vier der vorhandenen Kaplanturbinen mit Generatoren zur Stromerzeugung ausgestattet werden. Kunden können Ökostrom natürlich auch jetzt schon in größerem Umfang nutzen, weil die Stadtwerke Erneuerbare Energie hinzukaufen, zum Beispiel aus norwegischen Wasserkraftwerken.

Mehr Infos unter: www.stadtwerke-bochum.de/oekostrom