Mini-Kraftwerk: Heizen mit Brennstoffzelle

Im eigenen Heizkeller Strom und Wärme produzieren? Kein Problem – mit einer Brennstoffzellen-Heizung.

Was ist eine Brennstoffzellen-Heizung?

Ein Mini-Kraftwerk für den Heizkeller, das Wärme und Strom erzeugt. Die Abwärme, die bei der Stromproduktion entsteht, wird genutzt, um Wasser zu erwärmen oder Räume zu heizen. Als Energieträger dient Erdgas oder Bioerdgas. Die Brennstoffzelle verbrennt das Gas nicht, sondern nutzt den darin enthaltenen Wasserstoff. Der reagiert mit dem Sauerstoff der Luft zu Wasser: Dabei entstehen Wärme und Strom.

Lohnt es sich, Strom selbst zu erzeugen?

Strom aus dem Netz kostet derzeit rund 28 Cent pro Kilowattstunde (kWh), Erdgas 7 Cent/kWh. Das macht es für Hausbesitzer attraktiv, Strom selbst herzustellen. Brennstoffzellen-Heizungen wandeln 35 bis 60 Prozent der im Erdgas enthaltenen Energie in Strom um – weit mehr als Mikro-Blockheizkraftwerke. Der Rest wird fast vollständig zu Wärme.

Effizient

Effizient und unabhängig Energie erzeugen: Die Brennstoffzellen-Heizung bietet viel Potenzial für die Wärmewende. Foto: Buderus/Westend61, Composing: Trurnit GmbH

Ersetzt die Brennstoffzelle den Brennwertkessel?

Nein. Wärme-Spitzenlasten deckt ein zusätzlicher Brennwertkessel ab. Die Hersteller bieten sowohl Beistellgeräte zum bestehenden Heizkessel als auch Komplettsysteme mit Pufferspeicher, Warmwasserbereitung und Gas-Brennwertkessel an.

Ist die Technik marktreif?

Ja. In einem mehrjährigen Feldtest prüften Hersteller und Energieversorger fast 500 Brennstoffzellen-Heizungen erfolgreich auf Praxistauglichkeit und Langlebigkeit. 2016 kamen so viele neue Modelle auf den Markt wie noch nie. Ansprechpartner bei den Herstellern vermittelt die Initiative Brennstoffzelle (IBZ). Unter www.ibz-info.de gibt es zudem eine aktuelle Geräteübersicht. Dort nicht zu finden ist das Modell „2400“ von Elcore. Informationen dazu unter www.elcore.com

Für welche Gebäude eignet sie sich?

Der Wärmebedarf sollte 10 000 bis 35 000 kWh pro Jahr betragen. Je höher er ist, desto effizienter arbeitet die Brennstoffzellen-Heizung. Bei sehr gut gedämmten Häusern mit unter 10 000 kWh Wärmebedarf lohnt sich ein Einbau nicht.

Welche Zuschüsse gibt es?

Seit August 2016 fördert die KfW Bankengruppe den Einbau von Brennstoffzellen-Heizungen. Für Anlagen mit einer Leistung von 0,25 bis 5 Kilowatt (kW) gibt es einen Festbetrag von 5700 Euro und zusätzlich 450 Euro je angefangenen 100 Watt elektrischer Leistung. Für ein Gerät mit 1 kW elektrischer Leistung erhält man zum Beispiel 10 200 Euro. Der Zuschuss ist mit der Vergütung für Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen kombinierbar. Zudem lassen sich KfW-Programme wie „Energieeffizient Sanieren“ oder „Energieeffizient Bauen“ nutzen. Ein Fördermerkblatt gibt’s unterwww.ibz-info.de. Auch viele Kraftwerke legen noch etwas drauf als Zuschuss.

Wann Lohnt sich der Kauf einer Brennstoffzellen-Heizung?

Komplettsysteme gibt’s für rund 30 000 Euro. Fördert die KfW den Einbau zum Beispiel mit 10 200 Euro, bleiben noch knapp 20 000 Euro. Hinzu kommen die Montagekosten. Ob sich der Kauf rechnet und ab wann, hängt vom Einzelfall ab. Wer eine Brennstoffzellen-Heizung einbauen möchte, sollte deshalb den Wärme- und Strombedarf vorab genau analysieren lassen und alle Kosten, Erlöse und Zuschüsse einrechnen.


Brennstoffzellen-Heizung: Das gibts vom Staat

Beispielrechnung:

Brennstoffzellen-Heizgerät mit 1 Kilowatt elektrischer Leistung; Zuschuss im Rahmen des „Anreizprogramms Energieeffizienz“ (Programm 433) der KfW Bankengruppe.
Basis-Zuschuss: Extra-Zuschuss: (Festbetrag) (450 Euro je 100 Watt elektrischer Leistung) 5700 Euro + 4500 Euro = 10 200 Euro.